


IntegrArte präsentiert die Künstlerin Daniela Thomet mit der Intervention „RefugioAmbulante“. Das Projekt ist ein visuelles Manifest im öffentlichen Raum, das Migration als kulturelle Bereicherung und Akt der Fürsorge interpretiert. Im Rahmen der Aktionstage
gegen Rassismus thematisiert die Installation unter dem Motto „Reichtum durch Vielfalt“ den Prozess des Verwurzelns.
Anhand biologischer Metaphern wird eine visuelle Erzählung geschaffen: Die Schnecke symbolisiert die mobile Identität, der Zugvogel die Dualität der Erinnerung und das Nest den Aufbau einer neuen, gemeinsamen Sprache. Die Intervention nutzt ein zugängliches Format, um den öffentlichen Raum in Rapperswil-Jona als Ort der Reflexion und des Zusammenlebens zu aktivieren.​
Konzept: Unter dem Motto „Reichtum durch Vielfalt“ nutzt die Installation biologische
Metaphern, um Identität im öffentlichen Raum erfahrbar zu machen: Die Schnecke steht für
mobile Souveränität, der Zugvogel für die Dualität der Erinnerung und das Nest für das
Schlagen neuer Wurzeln sowie eine gemeinsame Sprache.
​Programmhinweise
Vernissage: Freitag, 13. März, 17:00 Uhr. Die Künstlerin ist anwesend.
Dauer der Intervention: 12. bis 22. März 2026.
Organisation: Ein Projekt von IntegrArte im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus.
Kuratierung: Ruth Pilotto (IntegrArte)
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Reichtum durch Vielfalt
Aktionstage gegen Rassismus 2026
In der heutigen globalisierten Gesellschaft wird Migration oft als ein Zustand des Mangels – ein Verlust von Wurzeln oder Identität – thematisiert. Die Intervention „Refugio Ambulante“ (Wandernde Zuflucht) der Künstlerin Daniela Thomet bricht radikal mit dieser Erzählung. Im Rahmen der Aktionstage gegen Rassismus 2026 verwandelt Thomet den Hauptplatz von Rapperswil-Jona in ein visuelles Manifest, das Migration als kraftvollen Akt des Verwurzelns und als unersetzliche kulturelle Bereicherung feiert.
Daniela Thomets künstlerische Praxis ist eine Osmose zweier Welten: Sie verbindet die chromatische Vitalität ihrer Heimat Medellín mit dem historischen Rigor ihrer Wahlheimat Basel. Als Raumgestalterin und visuelle Künstlerin begreift sie die Stadt nicht als statisches Gebilde, sondern als eine soziale Infrastruktur, die durch die Körper derer, die sie bewohnen, kontinuierlich neu gebaut und getragen wird.
Das Bestiarium der Zugehörigkeit
Die Ausstellung führt die Betrachter durch einen symbolischen Parcours, der auf einem persönlichen Bestiarium basiert. Diese hybriden Wesen dienen als Schlüssel zur Dekodierung einer neuen Identität:
Der geliehene Schnabel (El Pico Prestado): Im Zentrum steht die Auseinandersetzung mit der Sprache. Thomet versteht das Erlernen einer neuen Sprache nicht als bloße Assimilation, sondern als eine „kulturelle Prothese“ – ein filigranes Handwerk, das es ermöglicht, teilzuhaben, ohne die eigene Herkunft preiszugeben.
Die Schne >Der Vogel: Er verkörpert die tiefe, im Körper gespeicherte Erinnerung an den Transit. Er erinnert uns daran, dass Bewegung ein natürlicher Zustand ist und dass jede Reise Spuren hinterlässt, die den urbanen Raum bereichern.
„Was die Stadt trägt“: Das finale Werk der Intervention markiert die Fusion von Individuum und Kollektiv. Hier wird die Stadt zu einer in die Haut tätowierten Kartografie. Die starren technischen Stadtpläne weichen einer Architektur aus unsichtbaren Geschichten, affektiven Lebenswegen und gemeinsamen Erinnerungen.
Vision und Relevanz
„Refugio Ambulante“ erinnert uns unter dem Leitmotiv „Reichtum durch Vielfalt“ daran, dass Diversität keine statistische Ziffer ist, sondern das eigentliche Fundament einer lebendigen Gemeinschaft. Die Intervention macht deutlich, dass der wahre Wert von Rapperswil-Jona nicht nur in seinen historischen Mauern liegt, sondern in der Fähigkeit seiner Bewohner, Zufluchtsorte zu weben, neue Sprachen zu bewohnen und sich im Spiegelbild des „Anderen“ wiederzuerkennen.
Indem Daniela Thomet ihre Geschichte buchstäblich in den Schweizer Asphalt einschreibt, erklärt sie ihre Permanenz: Sie ist nicht auf der Durchreise – sie baut auf, trägt bei und bewohnt diesen wandernden Zufluchtsort als souveräne Bürgerin der Gegenwart.
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Reichtum durch Vielfalt
Aktionstage gegen Rassismus 2025
Mit «Reichtum durch Vielfalt» beteiligt sich die Stadt Rapperswil-Jona an den Aktionstagen des Kantons St. Gallen zum internationalen Tag gegen Rassismus
«Abdulaye»

Abdulaye.
Mischtechnik in Öl und Leinwand. 195x130cm
Von der Künstlerin Marcela Adasme gespendetes Werk ©IntegrArte Collection
Das Gemälde entstand aus einer zufälligen Begegnung zwischen der Künstlerin und einem jungen Mann aus dem Senegal, der gerade nach Europa geflohen war. Abdulayes Ausdruck erzählt von einer Reise voller Unsicherheit und Verlust. Seine aufrechte Haltung spiegelt jedoch innere Stärke und Willenskraft, die Ihn allen Widrigkeiten zum Trotz, die Reise überstehen liess.
«Abdulyae» bedeutet «ich diene Gott» und mit seinen offenen Händen und dem Blick zum Himmel wollte er im Moment der Aufnahme seine Dankbarkeit und Ehrfurcht vor Gott deutlich machen. In dieser einfachen aber bedeutungsvollen Geste finden wir ein Echo der Erfahrungen von Millionen von Menschen, die wie Abdulaye, alles zurückliessen, um eine bessere Zukunft zu suchen.
Über die individuelle Geschichte von Abdulaye hinaus lädt uns dieses Gemälde dazu ein, über die Situation von Geflüchteten weltweit nachzudenken. Es erinnert uns daran, dass hinter jeder Zahl, jeder Statistik ein Mensch mit einem Namen, einer Geschichte und dem Wunsch nach einem würdigen Leben steht.
Mit ihrem Werk lädt uns Marcela Adasme ein, über die Unterschiede hinauszuschauen und unsere gemeinsame Menschlichkeit zu erkennen. "Abdulaye" ist ein Appell an Empathie, Solidarität und den Aufbau einer gerechteren Welt.
IntegrArte- Sammlung
Am 21. März 2023 spendete Marcela Adasme zwei Ihrer Werke dem in Rapperswil-Jona ansässigen Verein IntegrArte zur Unterstützung deren Mission in der Förderung der kulturellen Integration, der Inklusion und der Vielfalt durch Kunst.
IntegrArte nutzt die Kunstwerke, um Integration, Migration und soziale Ungleichheit im gesellschaftlichen Diskurs zu thematisiert und Bewusstsein zu schaffen. Als Leihgabe werden die Bilder Organisationen oder interessierten Personen zur Verfügung gestellt.
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Das Bild «Abdulaye» aus der Sammlung von IntegrArte erhält im Stadthaus einen Platz.
Es zeigt ausdrucksstark die Begegnung der Künstlerin Marcela Adasme mit dem Geflohenen.

Originalfotografie Abdulaye.
©IntegrArte Collection







